Evangeli…

18. Mai 2012

»Evangelikal – was ist das?« Völlig neue Erkenntnisse bot das »Wartburg-Gespräch« zu diesem Thema neulich zwar nicht. Aber einen guten Abriss über den aktuellen Stand der Diskussion. Auch wer Marcia Pally mal »live« erleben möchte (oder gar noch nie von ihr bzw. den »neuen Evangelikalen« gehört hat …), sollte reinschauen.

Ungünstig

17. Mai 2012

Inhaltlich finde ich es nicht schlecht, das neue Büchlein zum »evangelische[n] Gottesdienst in Württemberg«. Für die Qualität der Bilder gilt dieses Urteil allerdings nicht. Und die Wahl des Fotos auf der ersten programmatischen Doppelseite wird man zumindest als ungünstig bezeichnen dürfen:

Wer’s braucht …

16. Mai 2012

Während ich am Montag dem Ernst des Lebens nachging, vergnügte sich meine Frau bei einem Vortrag in Stuttgart. Um Kindergeld ging es, um Elterngeld und Versicherungen, … – auch wer die Steuererklärung inzwischen halbwegs hinkriegt, hat da ja noch jede Menge Nachholbedarf.

Gelohnt hat sich’s. Inzwischen wissen wir tatsächlich mehr. Der Titel der Veranstaltung allerdings – »Junge Eltern brauchen Geld« – kam für meinen Geschmack einen Hauch zu dramatisch daher. Auch deshalb, weil er nicht so recht passen wollte. Natürlich kam niemand, dem nach der Geburt das Existenzminimum droht. Das wusste auch der Referent, der sich den Teilnehmer(inne)n im Nachgang per E-Mail als privater Vermögensberater anpries. Und auch das Adjektiv »jung« bedarf in diesem Zusammenhang einer Differenzierung …

Abstiegs-Becher

15. Mai 2012

Für mich war es die Schlüsselszene des Relegations-Spiels (über die bislang nirgendwo berichtet wird): In der 65. Minute bekommt Jahn Regensburg einen Eckball. Selcuk Alibaz legt sich den Ball zurecht, direkt vor »unserem« Block E4, – als ihn ein geworfener Plastikbecher an der Schulter trifft. Er geht gar nicht erst darauf ein, und nach einer kurzen Unterbrechung seitens des Schiedsrichters bedient er mustergültig seinen Teamkollegen André Laurito, der per Kopf den entscheidenden 2:2-Ausgleich besorgt.

Nicht nur die Mannschaft hat sich den Abstieg in die Drittklassigkeit redlich verdient. Was dann nach dem Abpfiff auch andere so genannte »Fans« demonstrieren mussten.

Text versus Bild

13. Mai 2012

»Schöne Hände«. Stand auf dem Auto, das heute morgen meinen Weg kreuzte. Eigentlich ein schöner Slogan. Mein Kopfkino lief gleich an.

Leider handelte es sich um Werbung für ein Nagelstudio. Und leider war noch ein Foto mit dabei, etwa in folgendem Stil:

Schönheit ist vermutlich Geschmacksache.

Jede(r) Einzelne zählt!

12. Mai 2012

Beten mit Balance

11. Mai 2012

In der Startausgabe der neuen Zeitschrift »3E« – die ich bei dieser Gelegenheit wärmstens empfehle – erzählt Kolumnistin Christina Brudereck von ihrer 16 Jahre alten Gemeindepraktikantin Lisa. Und von deren Wahrnehmungen im Gottesdienst:

An ihrem Abschiedstag erleben wir zwei Gottesdienste, die kaum unterschiedlicher sein könnten: »Das fänd mein Papa gut«, flüstert sie im lutherischen, »Das würde jetzt Mama mögen«, im freikirchlichen. Als ich dann im Auto ein letztes Mal nach ihren Beobachtungen frage, überrascht sie mich. »Ganz schön verschieden«, leitet sie ihr Fazit ein. Aber statt über Sitzmöbel zu sprechen, Musik, Moderation und Liturgie, über Kirchkaffee und Mitbring-Buffet, spricht sie über die Gebete, »diese Gebete am Schluss«. So nachdenklich habe ich sie in diesen zwei Wochen nie erlebt. »Die einen haben alles Gott in die Schuhe geschoben. "Mach dies, mach das, Herr. Kümmer dich um den Hunger, den Krieg, die Kranken." Voll die faule Meute, die Typen.« (Ich verstehe, was sie meint.) »Und die anderen, die haben alles sich selber angezogen. Das richtete sich überhaupt nicht an Gott, die haben nur sich angesprochen. Immer, dass wir friedlicher leben, die Kranken besuchen, die Armen nicht vergessen. Deshalb waren die bestimmt auch so müde.« Was für eine Analyse.
Ja, die Fürbitten kamen in dem einen Fall tatsächlich ganz ohne menschliche Beteiligung aus, in dem anderen Fall waren sie dagegen reine Selbst-Appelle. Und Lisa war es ernst – hier ging es nicht mehr um Geschmack, hier ging es ums Herz.
Wir haben dann noch lange geredet. Über Balance, einen Mix, einen dritten Weg. Dass wir uns wünschen, Großes von Gott zu erwarten, auch Wunder, und gleichzeitig unsere eigene Bedeutung, unsere Beteiligung, nicht zu vergessen. »Es kommt auf beide an«, sagt sie und wirkt, als hätte sie eine wichtige Spur gefunden. »Auf Gott und auf mich!«

Umbau auf Zeit

10. Mai 2012

Eine skurrile Arbeitsbeschaffungsmaßnahme? Nein, eindrückliche Kunst: Mark Formanek inszeniert das Verrinnen der Zeit, mit 24-Stunden-Blick auf den Berliner Fernsehturm.

Abwertung zum Abschied

9. Mai 2012

Mit pubertierenden Jugendlichen habe ich bislang nur indirekt zu tun. Trotzdem: Der Konfi-Elternabend zum Thema »Pubertät – eine unsichere Zeit für Eltern und Kinder« war auch für mich interessant …

Eine Frage aus dem Kreis der Teilnehmer(innen): Warum eigentlich machen (zumindest manche) Teenies (zumindest gelegentlich) ihre Eltern so runter? Antwort: Das macht den notwendigen Ablösungs- und Abschiedsprozess weniger schmerzhaft. Und die Referentin nannte ein einleuchtendes Vergleichsbeispiel: Nach einer schwierigen Kaufentscheidung handeln wir ganz genauso – und finden nachträglich alle möglichen Argumente gegen das letztlich nicht gewählte Produkt: »Das passt eh nicht richtig in unser Wohnzimmer.« – »So was ist heute doch nichts Besonderes mehr.« – »Das hätte garantiert nicht lange gehalten.« Ein psychologischer Trick, der uns uns den notwendig gewordenen Abschied erleichtern soll …

Wann gehört sich Glauben?

7. Mai 2012

Selten habe ich so gezittert vor dem Computer. Klassenerhalt, Relegation, Abstieg? Von Platz 14 bis 17 war noch alles drin für den Karlsruher SC … Im letzten Spiel der Zweitliga-Saison sicherte sich der KSC dann immerhin den »letzten Rettungsweg«, mit einem 1:0-Sieg gegen Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Frankfurt.

Einziger Torschütze war Neu-Außenverteidiger Ilias Charalambous. Der nach seinem frühen Treffer prompt ein T-Shirt präsentierte, und ein persönliches Bekenntnis: »I belong to Jesus«.

Egal, was man allgemein davon hält: Hochinteressant sind die Reaktionen von Trainer Markus Kauczinski und Sportdirektor Oliver Kreuzer: Die meinten nach dem Spiel sinngemäß: So eine Aktion sei dann möglich, wenn es 4:0 steht. Aber nicht, wenn noch gar nichts entschieden ist … (Danke für den Hinweis, Dave!) Anders ausgedrückt: Glauben ist eine Art Luxus-Anhängsel für die entspannten Zeiten des Lebens. Hat aber nichts zu suchen, wenn es noch um alles geht. Irgendwie traurig, die Vorstellung …

Zurück zum Thema Fußball: Am Freitag wird wieder gezittert. Und am Montag nochmal. Dann endlich mal wieder live im Wildpark …